1.
O liebe herzen-binder Du herr der freundlichkeit Und
aller guten zeit Du zwietracht überwinder Du grosser wohlfahrt
heger Wie daß die ganze welt Dir hin zu fusse fällt Und
folget deinem läger?
2.
Wie weist du einzusperren Des scepters ganze macht! Dir
dient der cronen-pracht Der knecht auch samt dem herren. Das alter
wird gerissen Zwar an dein strenges joch Die jugend pflegst du
doch Am meisten einzuschliessen.
3.
Du wagst dich in die wangen Der frauen-bilder hin Und
führst den starcken sinn Der männer so gefangen. Was keine macht kan
brechen Kein stahl kein fallend bley Was keine tyranney
Weist endlich du zu schwächen.
4.
Du hast die welt gelehret Das was sie gutes hat Daher
auch dorff und stadt Dir billich zugehöret: Daß wir die felder bauen
Nach ehr und gütern stehn Tieff in das erdreich gehn Uns
wind und wellen trauen.
5.
Wodurch wir zugenommen In aller pracht und zier Muß
eigentlich von dir Du weltbereicher kommen. Du endest angst und
leiden; Greiffst du o amor! an Und hilffst so träget
man Des creutzes last mit freuden.
6.
Durch dich muß alles werden Was vieh und menschen noth
Ohn dich komt weder brodt Noch weinwachs aus der erden: Wie
schön die vögel singen Wie frölich durch das meer Der fische
schaar das heer Der thier im walde springen;
7.
Wie lustig sich mit tänzen Das volck der sternen macht
Wie helle bey der nacht Sie um den mond her glänzen; Wie
schnell der sonnen-räder Wie lieblich lufft und wind Wie
angenehm uns sind Die brunnen flüsse bäder.
8.
Doch wäre nichts zu spüren Von allem was man kennt
Wenn du das regiment Nicht liebe soltest
führen. Glückseelig ist die stunde Kriegt anders zeit hie
stat Da gott gezeugt dich hat Aus seines herzen
grunde.
9.
Man hat von keinen plagen Da irgend wo gewust Und nur
von lauter lust Und freude können sagen; Da war kein haß vorhanden
Kein argwohn und kein streit Fried und gerechtigkeit Sind um
dich her gestanden.
10.
Man sieht noch itzund leben Und grosses wohlergehn An
allen orthen stehn Wo du dich hinbegeben So komm nun dein
begnügen Umschließ auch dieses paar In eintracht immerdar Die
ehlich itzt sich fügen.
11.
Du bist es den wir singen Du und das wahren guth
Der uns das liebste thut Gott selbst für allen dingen: Wir
werden angetrieben Zu sagen: er allein Muß selbst die liebe seyn
Die er so rein kan üben.
12.
O seelig seelig wären Wir menschen allerseit! Die wir
durch haß und streit Erbärmlich uns verzehren Wenn doch auch uns
die liebe Die alles hie und da Und selbst den himmel ja Am
meisten gott treibt
triebe. |